Sa 18. Mai 2024 11:30 Uhr
Münster Prinzipalmarkt

Kurrende am Prinzipalmarkt

Gerhild Romberger

Kurrende, Straßenmusik: Sie kommen „gelaufen“, um auf dem Prinzipalmarkt zu singen, Jungen und Mädchen der Dommusikchöre. An verschiedenen Stationen in Münsters „bester Stube“ bringen sie weltliche und geistliche Stücke von Bach und anderen zum Klingen – nach dem Vorbild der Kurrenden.

Kurrenden – von lateinisch „currere“, d.h. „laufen“ –, sind Laufchöre. Ursprünglich bezeichnet das Wort einen Chor an protestantischen Schulen, der aus bedürftigen Schülern bestand. Die Jungen zogen von Haus zu Haus und brachten gegen eine Geldspende Ständchen, wirkten bei der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten mit oder sangen bei wohlhabenden Bürgern gegen eine Spende bei Geburtstagsfeiern und Beerdigungen. Diese Einnahmen finanzierten einen Großteil ihres Schulgeldes. Martin Luther wird als Vorbild eines Kurrende-Sängers dargestellt. Auch Johann Sebastian Bach war bis 1695 in Eisenach als Schüler der Lateinschule und Mitglied von deren Chorus musicus „Laufsänger“.

Die Capella Ludgeriana, der Knabenchor, und der Mädchenchor am Dom zu Münster singen in den Gottesdiensten und Domkonzerten und wirken bei Kooperationsprojekten mit dem Theater Münster mit.

Besetzung

Capella Ludgeriana. Knabenchor am Dom zu Münster
Mädchenchor am Dom zu Münster
Alexander Lauer, Verena Schürmann, Jutta Potthoff Leitung

Prinzipalmarkt

Münster
Prinzipalmarkt

Münsters Prinzipalmarkt, mit den charakteristischen Giebelhäusern und Bogengängen heute Denkmalbereich, ist das traditionsreiche wirtschaftliche und politische Zentrum Münsters. Hier befinden sich das historische Rathaus mit dem Friedenssaal sowie zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe. Hier werden Staatsgäste empfangen und Stadtfeste gefeiert, hier wird flaniert und eingekauft. 2015 hat die Europäische Kommission die Rathäuser von Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“ (1648) mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Das Rathaus zu Münster war während der Friedensverhandlungen und Vertragsabschlüsse Schauplatz gesellschaftlicher und repräsentativer Veranstaltungen, hier wurde am 15. Mai 1648 der Spanisch-Niederländische Friede feierlich beschworen und verkündigt. Als Westfälischer Friede wird die Gesamtheit der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge bezeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und zugleich den achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendeten. Er bedeutete das Ende des Zeitalters der Konfessionskriege in Mitteleuropa und schuf die Voraussetzung für religiöse Toleranz in ganz Europa.