Mi 22. Mai 2024 18:00 Uhr
Münster St.-Paulus-Dom
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Bach – Brahms – Karg-Elert

Thomas Schmitz ist seit 2003 Domorganist am St.-Paulus-Dom in Münster, außerdem Orgelsachverständiger. Er konzertiert im In- und Ausland, arbeitete mit Ensembles für Alte Musik zusammen und nahm an CD-Produktionen teil. Seit 2011 hat er zudem einen Lehrauftrag für das Künstlerische Hauptfach Orgel an der Musikhochschule Münster.

Besetzung

Thomas Schmitz Orgel 

Programm

Bach: Passacaglia BWV 582  (in romantischer Aufführungspraxis) | Johannes Brahms (1833–1897): Elf Choralvorspiele op. 122 (inspiriert durch das „Orgelbüchlein“) | Sigfrid Karg-Elert (1877–1933): Passacaglia und Fuge über BACH op. 150

St.-Paulus-Dom-Orgel

Die Hauptorgel des Doms zu Münster (IV/74 + Glockenspiel) stammt von Orgelbau Johannes Klais in Bonn. Gehäuse und Spieltechnik entstanden 1987, der größte Teil des Pfeifenmaterials, also der klanglichen Substanz, ist der Vorgängerorgel entnommen, die in einer Kammer im Stephanuschor über dem Kapitelsaal installiert gewesen war. Mit dem neuen Gehäuse kam die Orgel in den Johanneschor in Bodennähe. 2002, als die Hauptorgel gründlich, auch klanglich, überholt wurde, baute man im Westwerk des Doms zusätzlich ein „Auxiliarwerk“ mit 14 Registern ein zur Verstärkung des Orgelklangs und seiner Präsenz sowie der rhythmischen Transparenz im hinteren Teil des Doms. Es hat keine separate Spielanlage, sondern wird vom Hauptorgelspieltisch aus elektrisch angesteuert. Eine Besonderheit des Auxiliarwerks ist die Tuba episcopalis in 16‘-8‘-4‘-Lage mit einem Winddruck von 450 mm WS – eine dem englisch-romantischen Orgelbau entlehnte Spezialität. Die Tuba episcopalis ist eine äußerst starke Solostimme, die sich mühelos noch im Plenum beider Instrumente durchsetzt. Im Zuge der Neuintonation der Orgelanlage 2014 wurde das Auxiliar zum Turmwerk ausgebaut: Es erhielt zusätzlich ein schwellbares Solowerk mit fünf Stimmen auf 150 mm WS.

St.-Paulus-Dom

Münster
Domplatz

Der St.-Paulus-Dom mit seinen Mauern aus Baumberger Sandstein und dem grünen Kupferdach ist das historische Zentrum Münsters. Seit dem frühen Mittelalter ist der Dom Sitz des Bischofs zu Münster. Auf Geheiß Karls des Großen hatte Ludgerus um 800 das Christentum nach Westfalen gebracht und in Münster eine erste Kirche errichtet. Der heutige Dombau ist die dritte Kathedrale auf dem Domhügel, 1225 war die großzügige dreischiffige Basilika geweiht worden. Im Zweiten Weltkrieg fast ganz zerstört, wurde der Dom in seiner heutigen Gestalt bis 1956 wieder aufgebaut.

Mit seinen Türmen (um 1200), dem langestreckten Mittelschiff und den zwei Querhäusern ist der St.-Paulus-Dom ein typisches Beispiel spätromanischer Architektur. Der Haupteingangsbereich, das so genannte Paradies, und auch die südliche Schaufront des östlichen Querhauses wurden im 16. Jahrhundert neu gestaltet, erweitert und mit Skulpturenschmuck ergänzt. Über dem Paradies, an der Südwand des westlichen Querschiffes, ist ein symbolischer Skulpturenschmuck aus der Erbauungszeit der Kirche zu sehen. In der Paradiesesvorhalle wurde im Mittelalter das Sendgericht gehalten, bei dem der Sendrichter die geistlichen Verfehlungen im Bistum richtete. Der heutige Hochaltar enthält Apostelstatuen des 14. Jahrhunderts aus dem Reliquienschrein, der sich im früheren Hochaltar befindet, der heute im historisch ältesten Bauteil, dem Westchor, steht. Er wurde im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Chores und der Kathedra des Bischofs, die sein Lehramt verkörpert, von Emil Stephan um 1956 gestaltet. An zeitgenössischer Kunst sind die Fensterzyklen für die Kreuzkapelle, die drei Galenschen Kapellen und angrenzende Fenster nach Entwürfen des Glaskünstlers Georg Meistermann (1985–1990) und die Kreuzwegstationen von Bert Gerresheim (1995/96) im Chorumgang des Domes hervorzuheben.

© Foto Dom:  Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Münster, St.-Paulus-Dom — 2020 — 3967-73” / CC BY-SA 4.0