So 26. Mai 2024 16:00 Uhr
Nordwalde St. Dionysus
10 € / erm. 10 €*

Bach: Die Kunst der Fuge

Es sei „eine stille, ernste Welt“, die sich, schrieb Albert Schweitzer in seinem Bach-Buch, in der „Kunst der Fuge“ auftue. „Öd und starr, ohne Farbe, ohne Licht, ohne Bewegung liegt sie da; sie erfreut und zerstreut nicht; und dennoch kommt man nicht von ihr los“. Vierzehn Fugen, einfache und Gegenfugen, Doppel-, Tripel- und Spiegelfugen, dazu vier Kanons, die hören lassen, was man alles aus einem einzigen Fugenthema machen kann – was Johann Sebastian Bach, „der stärkste Orgel- und Clavierspieler (…), den man je gehabt hat“ (Nekrolog, 1754), aus einem einzigen Thema hat machen können. Dabei blieb „Die Kunst der Fuge“, von der offen ist, für welches Instrument sie geschrieben wurde, Fragment. So vermerken die Herausgeber des Erstdrucks: „Der selige Herr Verfasser dieses Werkes wurde durch seine Augenkrankheit und den kurz darauf erfolgten Tod außer Stande gesetzet, die letzte Fuge, wo er sich bei Anbringung des dritten Satzes namentlich zu erkennen gibt, zu Ende zu bringen“.

Ludger Lohmann ist einer der renommiertesten Orgelvirtuosen und -pädagogen, er hat nachhaltigen Einfluss auf die Orgelkultur genommen. Seine weltweite Konzerttätigkeit begann mit Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben. Lohmann studierte an der Kölner Musikhochschule bei Wolfgang Stockmeier Orgel und Cembalo bei Hugo Ruf, an der Universität Köln Musikwissenschaft, Philosophie und Geographie. Seine Dissertation über die Artikulation auf Tasteninstrumenten ist ein Standardwerk. Wichtige künstlerische Impulse bekam er von Anton Heiller in Wien und Marie-Claire Alain in Paris. Lohmann war Professor an der Musikhochschule Stuttgart, an der dortigen Domkirche St. Eberhard 25 Jahre Organist. Als Sachverständiger hat er wichtige Orgelbau- und Restaurierungsprojekte in mehreren Ländern begleitet. Das Royal College of Organists zeichnete ihn mit seiner Ehrenmedaille aus, 2023 erhielt er den Preis der Europäischen Kirchenmusik.

Besetzung

Ludger Lohmann Orgel

St. Dionysus

Nordwalde
Kirchstraße 4

Die denkmalgeschützte St. Dionysiuskirche in Nordwalde wurde im 15. Jh. als dreischiffige und dreijochige Hallenkirche errichtet. Im 19. und 20. Jh. wurde das Langhaus erweitert, es bekam zwei Querschiffe und der Turm eine spitze Haube. Somit sind vom alten Kirchbau nur der Chor und das ehemals (bis 1815) westlichste Gewölbefeld erhalten. In den beiden Querschiffen befinden sich heute das Pfarrheim und die Leihbücherei der Gemeinde.

Die barocke Orgel westfälischen Charakters ist eine der wenigen in Westfalen. Sie wurde im Jahr 2000 von der Firma Bensmann fertiggestellt. Das Gehäuse stammt von Henrich Mencke, einem Orgelbauer aus dem 18. Jh. Die Orgel wurde anhand der Verträge aus dem Jahr 1711 rekonstruiert und geringfügig erweitert.