Mo 20. Mai 2024 10:00 Uhr
Münster St.-Paulus-Dom
Bei liturgischen Veranstaltungen – allen Gottesdiensten, Morgenloben und Abendloben – wird selbstverständlich kein Eintritt erhoben.

Pontifikalamt

Im Pontifikalamt, der feierlichen Messe, die der Bischof einer Diözese hält, trägt dieser die Pontifikalien, Bischofsstab und Mitra, und nimmt auf dem Bischofsstuhl, der Kathedra, Platz. Das Domkapitel sowie alle versammelten Priester konzelebrieren. 

Das Santini Ensemble der Dommusik Münster singt unter Leitung des Domkapellmeister Alexander Lauer Werke aus der Santini-Sammlung, die sich in der Diözesanbibliothek Münster befindet:  das doppelchörige „Hodie completi sunt dies Pentecostes“ von Romolo Naldi, das achtstimmige „Veni Sancte Spiritus“ von Ludwig Senfl und, als Ordinarium, die „Missa in A“ für zwei Chöre von Bachs italienischem Zeitgenossen Pompeo Cannicciari. Domorganist Thomas Schmitz spielt zum Auszug Bachs Fantasie „Komm Hl. Geist“.

Das Santini-Ensemble der Dommusik Münster besteht aus Sänger:innen und Musiker:innen, die in Vergessenheit geratene musikalische Schätze aus der Santini-Sammlung erklingen lassen, vornehmlich Renaissancemusik italienischer Meister, die der Musikbibliothekar Burkard Rosenberger aus den zahlreichen Handschriften und Drucken der Sammlung neu erschließt. In Zusammenarbeit mit Domkapellmeister Alexander Lauer führt das Ensemble, das sich an der historischen Aufführungspraxis orientiert, die geistlichen Werke regelmäßig in der Liturgie des St.-Paulus-Domes Münster auf.

Besetzung

Santini Ensemble
Thomas Schmitz Orgel
Alexander Lauer Leitung

Programm

Pompeo Cannicciari (1670–1744): Missa in A | Romolo Naldi (ca. 1560–1612): Alleluia, hodie completi sunt dies Pentecostes | Ludwig Senfl (ca. 1490–1543): Veni Sancte Spiritus | Bach: Fantasia super „Komm Hl. Geist“, BWV 651

St.-Paulus-Dom

Münster
Domplatz

Der St.-Paulus-Dom mit seinen Mauern aus Baumberger Sandstein und dem grünen Kupferdach ist das historische Zentrum Münsters. Seit dem frühen Mittelalter ist der Dom Sitz des Bischofs zu Münster. Auf Geheiß Karls des Großen hatte Ludgerus um 800 das Christentum nach Westfalen gebracht und in Münster eine erste Kirche errichtet. Der heutige Dombau ist die dritte Kathedrale auf dem Domhügel, 1225 war die großzügige dreischiffige Basilika geweiht worden. Im Zweiten Weltkrieg fast ganz zerstört, wurde der Dom in seiner heutigen Gestalt bis 1956 wieder aufgebaut.

Mit seinen Türmen (um 1200), dem langestreckten Mittelschiff und den zwei Querhäusern ist der St.-Paulus-Dom ein typisches Beispiel spätromanischer Architektur. Der Haupteingangsbereich, das so genannte Paradies, und auch die südliche Schaufront des östlichen Querhauses wurden im 16. Jahrhundert neu gestaltet, erweitert und mit Skulpturenschmuck ergänzt. Über dem Paradies, an der Südwand des westlichen Querschiffes, ist ein symbolischer Skulpturenschmuck aus der Erbauungszeit der Kirche zu sehen. In der Paradiesesvorhalle wurde im Mittelalter das Sendgericht gehalten, bei dem der Sendrichter die geistlichen Verfehlungen im Bistum richtete. Der heutige Hochaltar enthält Apostelstatuen des 14. Jahrhunderts aus dem Reliquienschrein, der sich im früheren Hochaltar befindet, der heute im historisch ältesten Bauteil, dem Westchor, steht. Er wurde im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Chores und der Kathedra des Bischofs, die sein Lehramt verkörpert, von Emil Stephan um 1956 gestaltet. An zeitgenössischer Kunst sind die Fensterzyklen für die Kreuzkapelle, die drei Galenschen Kapellen und angrenzende Fenster nach Entwürfen des Glaskünstlers Georg Meistermann (1985–1990) und die Kreuzwegstationen von Bert Gerresheim (1995/96) im Chorumgang des Domes hervorzuheben.

© Foto Dom:  Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Münster, St.-Paulus-Dom — 2020 — 3967-73” / CC BY-SA 4.0